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Sonntag, 28. Oktober 2007Volere-Schema
Das Volere-Schema wurde von der Atlantic Systems Guild entwickelt und stelt Hilfsmittel und Materialien um das Thema Anforderungsdefinition im Software Engineering bereit.
"il volere" ist italienisch und bedeutet auf Deutsch soviel wie "wollen", "mögen" aber auch "brauchen". Am bekanntesten ist dabei sicher die "Snowcard", ein Karteikarten-Formular, mit dem die einzelnen Anforderungen strukturiert und formalisiert für ein Software-Projekt auch in einer Datenbank erfasst werden können. ![]() Der Name Snowcard soll übrigens von dem optischen Eindruck kommen, der ensteht wenn ein Karteikasten mit diesem A6-Kärtchen aus der Hand gleitet... Jede Anforderung bekommt eine Nummer. Damit kann sie von weiteren Anforderungen referenziert und eindeutig identifiziert werden. Dazu wird jede Anforderung einem "Requirement Type", also einem Anforderungstyp zugeordnet. [...] Eine kurze Beschreibung und der Hintergrund dieser Anforderung, also was mit dieser Anforderung beweckt werden soll, sind dann die nächsten beiden Punkte, die erfasst werden. Die Quelle der Anforderung wird ebenfalls vermerkt, wer hat diese Anforderung haben wollen? Zusätzlich wird angeben, wie später überprüft werden kann, ob diese Anforderung vom fertigen Produkt erfüllt werden kann. Im idealen Fall kann hier schon ein Test für die Qualitätssicherung spezifiziert werden. Zwei wichtige Felder sind die Kundenzufriedenheit, wenn das Feature implementiert wurde oder der Grad der Unzufriedenheit, wenn das Feature in der fertigen Software nicht vorhanden ist. Sie werden mit Werten von 1 bis 5 ausgefüllt, dabei stellt 1 relative Emotionslosikeit und 5 extreme Emotionen dar, aber sehr unzufrieden oder auch sehr zufrieden. Damit kann man die sogenannten "goldenen Türklinken am Rolls-Royce" vermeiden, darunter versteht man Features die einige Benutzer gern hätten, die aber eigentlich gar nicht so wichtig sind. Schließlich können noch Abhängigkeiten und Konflikte angegeben werden. Abhängigkeiten treten vor allem zu weiteren Anforderungskarten auf und können so mit der Angabe der Anforderungsnummer an dieser Stelle dokumentiert werden "wenn nicht dies, dann aber auch nicht das". Konflikte bedeuten eher "wenn jenes Feature, dann aber dieses Feature nicht". Trackbacks
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Kommentare
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Aber kann der Auftraggeber denn seine Anforderungen vor Projektbeginn derart detailliert angeben, dass Sie einzelne Snowcards erstellen können? Fischhoff hatte schon 1978 gezeigt, dass dies im allgemeinen nicht möglich ist. Er zeigte Versuchspersonen lückenhafte Schemas von Automotoren. Die VP waren nicht in der Lage, alle fehlenden Bestandteile aufzuzählen. Z.B. vergassen sie den Benzintank. Er kam ihnen einfach nicht in den Sinn. Siehe dazu den Artikel "Anforderungsmanagement" in der Sektion "Projektdienstleistungen" unter http://www.anchor.ch. Sowohl Auftraggeber als auch Dienstleister haben im Verlauf des Projekts Einsichten über den Projektgegenstand. Erst dadurch werden sie nach und nach befähigt, die Anforderungen zu formulieren. So jedenfalls erlebe ich es.
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